31/08/2026
Der Trend setzt sich fort: Auch in diesem Jahr starten weniger junge Menschen eine Ausbildung in der gewerblichen Wirtschaft. Gleichzeitig finden viele Betriebe weiterhin nicht die passenden Bewerber. Das zeigen die Zahlen, die die IHK Niederbayern und die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz zum Start ins neue Ausbildungsjahr vorgestellt haben.
Die wichtigsten Zahlen aus dem IHK-Bezirk Niederbayern:
🔷 3.484 Ausbildungsstarter zum 1. September
🔷 knapp 3 % weniger als zum Vorjahresstichtag
🔷 rund 11.000 Ausbildungsverhältnisse in etwa 150 Berufen; 2.286 aktive Ausbildungsbetriebe
🔷 mehr als die Hälfte der Ausbildungsbetriebe kann nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen
🔷 9 von 10 Betrieben sehen Defizite bei der Ausbildungsreife ihrer neuen Auszubildenden
🔷 rund 10 % der Betriebe wollen 2026 eigentlich sogar mehr Ausbildungsplätze anbieten ➡️ die Ausbildungsbereitschaft ist also weiterhin hoch
Besonders alarmierend sind die Zahlen in der niederbayerische Metall- und Elektroindustrie. IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner: „Die Industrie ist eine Schlüsselbranche in Niederbayern – und gerade dieser Branche setzen hohe Energiepreise, Nachfrageschwäche, Infrastrukturmängel oder steigende Arbeitskosten besonders zu. Wenn die Konjunktur lahmt, muss sich das irgendwann auf die Personal- und Ausbildungsplanung der Unternehmen auswirken. Genau das sehen wir gerade.“
Ein wichtiger Grund für den Rückgang der Ausbildungszahlen insgesamt ist die demografische Entwicklung - sie reicht aber als Erklärung nicht aus. Viele Unternehmen berichten, dass sie keine einzige geeignete Bewerbung erhalten haben. Und selbst wenn es mit dem Ausbildungsstart klappt, enden die Probleme nicht: In derselben Umfrage kritisieren neun von zehn Betrieben die mangelnde Ausbildungsreife ihrer neuen Auszubildenden. „Wir haben nicht nur ein Zahlenproblem, wir haben ein Qualitätsproblem“, fasst Schreiner zusammen.
Trotz aller Herausforderungen bleibt die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen hoch. Für Schreiner ist das ein klares Signal: „Gerade in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage brauchen die Unternehmen die richtigen, passenden Kräfte, um die Herausforderungen zu bewältigen. Für die niederbayerischen Betriebe sind das vor allem die Fachkräfte aus der beruflichen Bildung.“
Und: Der 1. September ist keine Deadline. Die aktuellen Zahlen sind ein Zwischenstand. Viele niederbayerische Unternehmen suchen weiterhin Auszubildende und ermöglichen auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart noch den Einstieg in eine berufliche Karriere.
Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier 👉 https://www.ihk-niederbayern.de/presse-medien-und-oeffentlichkeitsarbeit/aktuelle-nachrichten/zur-neuesten-nachricht/news-detailseite_7680.html