28/05/2026
MEHRWERTSTEUER RE(FORM)VOLUTION
Die sogenannte 21–10–0-Formel wird aktuell als mögliche Reform der Mehrwertsteuer diskutiert. Dahinter steckt die Idee, den regulären Mehrwertsteuersatz von 19 auf 21 Prozent anzuheben, den ermäßigten Bereich auf 10 Prozent zu setzen und Lebensmittel künftig mit 0 Prozent zu besteuern.
Klingt auf den ersten Blick nach Vereinfachung und Entlastung beim Wocheneinkauf. Tatsächlich steckt dahinter aber eine deutlich größere steuerpolitische Frage: Soll künftig weniger das Einkommen und stärker der Konsum belastet werden?
Nach Berechnungen des Deutschen Steuerzahlerinstituts könnte allein die Erhöhung des regulären Satzes auf 21 Prozent rund 31 Milliarden Euro zusätzlich bringen. Die Entlastung bei Lebensmitteln würde den Staat zwar Geld kosten, unterm Strich bliebe aber dennoch ein deutliches Mehraufkommen.
Der kritische Punkt: Die Mehrwertsteuer trifft alle – aber nicht alle gleich. Wer wenig verdient, gibt einen größeren Teil seines Einkommens direkt für Konsum aus. Wer mehr verdient, kann eher sparen oder investieren. Genau deshalb kann eine höhere Mehrwertsteuer besonders für kleinere und mittlere Einkommen spürbar werden.
Und dann kommt noch das deutsche Lieblingsproblem dazu: die Abgrenzung! Wenn Lebensmittel mit 0 Prozent besteuert werden, stellt sich sofort die Frage, was steuerlich eigentlich genau ein Lebensmittel ist. Brot? Klar. Kaviar? Schwierig. Proteinriegel? Willkommen im Bürokratie-Fitnessstudio. 😵💫
Kurz gesagt:
21–10–0 klingt nach einfacher Formel, könnte aber ein ziemlich komplexer Eingriff in unser Steuersystem werden. Denn am Ende entscheidet sich an der Kasse, ob aus Reform wirklich Entlastung wird – oder nur ein neuer Zahlencode für höhere Staatseinnahmen. 🛒💸.
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