14/10/2021
Marktkommentar zu den rasant steigenden Rohstoffpreisen
Nicht erst seitdem die Teuerungsraten und mit ihnen die Rohstoffpreise steigen, sind Öl, Kupfer, Gold & Co. wieder verstärkt in das Blickfeld von institutionellen Anlegern gerückt. Nach dem zwischenzeitlichen Einbruch im Frühjahr 2020 in Folge der Corona-Pandemie machte sich schnell wieder Optimismus breit. Rohstoffe können einen wichtigen Beitrag zur Diversifikation eines Portfolios liefern. Gerade in Zeiten steigender Inflationsraten bieten Rohstoffe zudem einen Inflationsschutz.
Getrieben durch die Hoffnung auf eine deutliche Konjunkturbelebung nach der Pandemie stiegen vor allem die Preise der zyklischen Rohstoffe – allen voran Öl und Metalle – deutlich an. Der Konjunkturoptimismus ist schnell an die Rohstoffmärkte zurückgekehrt. Entsprechend deutlich sind die Zuwachsraten der vergangenen Monate.
Der Kampf für erneuerbare Energien und Klimaneutralität sorgt ebenfalls für Preisanstiege. Mit rund 1.000 Mrd. EUR sollen die EULänder bis 2030 auf den gewünschten Klimakurs gebracht werden. US-Präsident Biden hat sich ebenfalls den Kampf für eine neutrale CO2-Bilanz auf die Fahnen geschrieben. Klar ist: Die Energietransformation benötigt eine beträchtliche Menge an Metallen und Mineralen. Die World Bank geht beispielsweise davon aus, dass allein die Energiewende dazu führt, dass die Nachfrage u.a. nach Grafit, Lithium und Kobalt bis 2050 um bis zu 500% steigen wird.
Ein klassischer Inflationsschutz, nämlich Edelmetalle, konnte hingegen bisher noch wenig von dem Preistrend profitieren. Gold, Silber oder Platin stagnierten die letzten Monate auf relativ niedrigem Niveau und wurden auch nicht von steigenden Inflationserwartungen angetrieben. Für das Erreichen einer breiten Diversifikation im Portfolio bleiben (Gold-)Minenaktienfonds, klassische Rohstofffonds oder Multi-Asset-Fonds mit entsprechender Edelmetallgewichtung ein interessanter Baustein.
Fazit: Trotz der mittlerweile höheren Preisniveaus ist das Ende des Aufwärtstrends noch nicht erreicht. Denn Rohstoffe gelten als spätzyklische Anlageklasse, die üblicherweise vor allem dann ihre Stärke ausspielt, wenn sich der Konjunkturzyklus dem Ende zuneigt, die Boomphase mithin überschritten ist. Vieles spricht dafür, dass der Konjunkturzyklus in großen Volkswirtschaften reifer geworden ist. Das Wirtschaftswachstum sollte sich – mit etwas verlangsamter Dynamik – weiter fortsetzen. Damit schlägt die Stunde der Rohstoffe.